Xenia Rösch: Zum Tag der Jugend

Veröffentlicht am 19.08.2022 in Reden/Artikel

Wir müssen der Jugend mehr zutrauen.

Wir müssen der Jugend mehr zuhören.

Wir müssen die Jugend mehr einbinden.

Ziel sollte es sein, dass jugendliche Mitbestimmung nicht in einem „Wir“- „Die Jugend“ Verhältnis stattfindet, sondern auf Augenhöhe. Auf politischer und insbesondere kommunaler Ebene sind die Belange der Jugend deutlich unterrepräsentiert oder werden gar nicht erst beachtet. Im Sinne von „Jugendliche zahlen keine Steuern usw.“ werden Jugend- Themen gerne auf später verschoben oder mit „nicht so wichtig“ kategorisiert und werden im schlimmsten Fall von zwanzig Mittfünfzigern entschieden, die von Jugend genauso viel Ahnung haben, wie die heutige Jugend von VHS – Kassetten.

Jedoch: Die Jugend von heute sind die Steuerzahler von morgen. Ganz im Sinne der Klimakrise sollte man aufpassen, dass Probleme jetzt schon da sind und nicht auf später verschoben werden können, nur weil die Lösungen Geld kosten oder man mal was anders machen müsste, als man es gewohnt ist.

In der Planung für Neubaugebiete oder Ortsmittenerneuerungen müssen jetzt schon Plätze und Rückzugsmöglichkeiten eingeplant werden, an denen sich unsere Jugend treffen und austauschen kann. Auch müssen wir anfangen, gewisse Verhaltensweisen der Jugend zu tolerieren.

Im Hinblick auf die eingeschränkte Mobilität der Jugend müssen wir Rücksicht nehmen und diese fördern. Das Angebot des ÖPNV muss massiv ausgebaut werden, damit Jugendliche bequem aus ihren Gemeinden weg und auch wieder hinkommen, insbesondere am Wochenende und abends.

Genauso sind jede Entscheidung und jeder Beschluss immer dahingehend zu prüfen, welche Auswirkungen dies auf die nächste Generation haben könnte. Denn das egoistische Festhalten an Gewohnheiten, Freiheiten und Privilegien hat uns an den Rand des Klimakollaps gebracht. Das Wohlstandsversprechen, dass es der nächsten Generation besser gehen wird oder „die Rente ist sicher“ ziehen nicht mehr. Jetzt heißt es zusammen nachhaltig zu arbeiten, damit wir noch eine halbwegs intakte Erde unserer nächsten Generation übergeben können. Und die nächste Generation ist die Jugend. Es ist an der Zeit, mal mehr als nur an das eigene Alter zu denken.

 Es ist genug Arbeit für alle da.

Redet mit der Jugend, bindet diese ein und setzt euch auch mit ihr auseinander. Wir müssen jetzt alle gemeinsam dafür sorgen, dass Jugend- Themen ganz oben auf die Tagesordnung kommen und uns gegen alle Widerstände von Nichtbeachtung bis Unterfinanzierung durchsetzen. Für ein besseres Leben für alle Bevölkerungsschichten!

 

Xenia Rösch, Co-Vorsitzende der Jusos Rhein-Neckar.

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