Talk im Bahnhof: SPD-Abgeordneter Lars Castellucci diskutierte mit Bischof Stephan Ackermann

Veröffentlicht am 06.07.2021 in Bundespolitik

Interessierte Zuhörer*innen beim »Talk im Bahnhof« in Dielheim mit Lars Castellucci

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci diskutierte beim Auftakt seiner neuen Veranstaltungsreihe „Talk im Bahnhof“ mit dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, dem Trierer Bischof Stephan Ackermann und Daniela Ordowski, der Bundesvorsitzenden der Katholischen Landjugendbewegung Deutschland.  

„Ich freue mich sehr, dass wir heute zu Gast im Theater im Bahnhof in Dielheim sein dürfen. Als Beauftragter für Kirchen- und Religionsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion und als Christ habe ich viele Fragen mitgebracht“, sagte Castellucci zur Begrüßung.

Nach einem Streifzug durch Bischof Ackermanns Werdegang kam Castellucci auf das beherrschende Thema des Abends zu sprechen: die Fälle von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche. „Die Ohnmacht, die die Betroffenen empfinden, ist nur sehr schwer erträglich. Verstehen Sie, dass Menschen, die diese schrecklichen Erfahrungen gemacht haben, das Vertrauen in die Kirche verloren haben? Und das die Aufklärung, die Sie nun im elften Jahr mitverantworten, daran wenig geändert hat?“

Bischof Ackermann erklärte, dass die Aufarbeitung von individuellen Fällen sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche seit 2010 in einer intensiven Weise stattfinde. „Wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, um zu sehen, ob es Punkte gibt, die den Missbrauch in unserer Kirche begünstigen. Diese Studie hat uns klare Maßnahmen zur Aufdeckung und zur Prävention benannt – und den synodalen Weg eingeleitet. Die Aufarbeitung in allen Bistümern mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wissenschaft sowie persönlich Betroffenen hat höchste Priorität“, so Ackermann.

Nach fünfundvierzig Minuten erweiterte Daniela Ordowski als Überraschungsgast die Gesprächsrunde. Die Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung plädierte dafür, die betroffenen Menschen ins Zentrum des Handelns zu stellen. „Die Menschen müssen uns wichtiger sein als der Schutz der Institution. Die starren Strukturen der Kirche müssen sich ändern. Viele verlassen gerade die Kirche, um ihren Glauben zu retten“, so Ordowski. Sie sei grundsätzlich gerne Mitglied ihrer Kirche, weil sie sehe, wie viel gute Arbeit geleistet werde. Die Missbrauchsfälle müssten aber schneller und transparenter aufgeklärt werden. Selbst in Auftrag gegebene, dann zurückgehaltene oder in Teilen geschwärzte Gutachten seien da wenig hilfreich – und nährten den Verdacht, etwas vertuschen zu wollen.

Im zweiten Teil des Abends hatten die Gäste im Theater die Gelegenheit, Fragen zu stellen. In einem offenen Dialog wurden die Leiden von Opfern sexualisierter Gewalt, der Zölibat und die Rolle von Frauen in der Kirche debattiert.

Lars Castellucci schloss den Abend mit deutlichen Worten: „Sexualisierte Gewalt egal in welchen Bereichen unserer Gesellschaft ist inakzeptabel. Die Kirche hat eine Verantwortung, die Leiden aufzuarbeiten, die sie angerichtet und zu lange gedeckt hat. Es wurden bereits gesetzliche Änderungen vorgenommen, diese gehen aber noch nicht weit genug. Während aktuellere Fälle heute von staatlicher Gerichtsbarkeit verfolgt werden, sind zu viele andere Fälle bereits verjährt. Hier muss die Rechtslage noch nachgeschärft werden.“

Wer die Veranstaltung nicht persönlich im Theater im Bahnhof oder im Livestream verfolgen konnte, hat die Möglichkeit, sich diese auch weiterhin unter lars-castellucci.de/live anzusehen. 

Andreas Müller

 
 

Homepage SPD Rhein-Neckar

Willkommen!

Der Vorstand der SPD Weinheim sieht sich in der Verantwortung, die Politik der Bundes- und Landespartei bis in die Basis hinunter zu vermitteln. Wir wollen die Themen, die uns mittelbar und unmittelbar angehen, gemeinsam mit den Genossinnen und Genossen, aber auch mit Bürgerinnen und Bürgern diskutieren und Vorschläge und Ideen an die nächst höheren Ebenen transportieren. Gemäß dem Zitat von Willy Brandt: MEHR DEMOKRATIE WAGEN wollen wir neue Wege begehen, damit die Demokratie immer im Vordergrund steht.

Innerhalb unseres Vorstandes haben wir Menschen, die jeder für sich Spezialisten auf den verschiedensten Feldern der Politik sind. Wir alle wollen die Themenbereiche bearbeiten, die allen unter den Nägeln brennen, damit die SPD auf Landes- und Bundesebene immer informiert wird, wie die Basis vor Ort denkt.

Rentenerhöhungen, Gesundheitsreform, Integrations-, Bildungs- und Energiepolitik genauso wie Kommunale Themen sind unsere Plattform um mit allen sozialdemokratisch denkenden Menschen ins Gespräch zu kommen. Solltest Du, sollten Sie dazu beitragen wollen, diese Gesellschaft mit uns verbessern zu wollen, so besuchen Sie unsere nächste Veranstaltung und diskutieren mit uns.

Nur im stetigen Dialog können wir verantwortungsvolle Arbeit leisten – HILF – helfen Sie mit!!

Stella Kirgiane-Efremidis

Facebook SPD Weinheim

Folgen Sie uns in facebook...

News

28.07.2021 18:55 Bevölkerungsschutz vorantreiben und Katastrophe kritisch aufarbeiten
Nach der großen Hochwasser-Katastrophe mit über 170 Toten, vielen Hundert Verletzten und Milliardenschäden müssen wir unser Katastrophenschutzsystem auf den Prüfstand stellen und modernisieren. „Der Innenausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sondersitzung den Auftakt der parlamentarischen Aufarbeitung dieser Jahrhundertkatastrophe gemacht. Alle staatlichen Ebenen müssen sich nun selbstkritisch hinterfragen. In Abstimmung mit den Bundesländern müssen Veränderungen

23.07.2021 14:55 NACH DER HOCHWASSERKATASTROPHE – „WIR STEMMEN DAS GEMEINSAM!“
Nach der Hochwasserkatastrophe hat das Kabinett ein von Olaf Scholz eingeleitetes erstes großes Hilfspaket und ein milliardenschweres Aufbauprogramm auf den Weg gebracht. „Wir stemmen das gemeinsam!“, sagte der Vizekanzler. „Wir werden das tun, was erforderlich ist.“ Die Hilfen sollten schnell und unbürokratisch fließen. „Alle können sich jetzt darauf verlassen“, sagte Scholz. Die Hochwasserkatastrophe habe viel

23.07.2021 05:52 Bernhard Daldrup zum Förderprogramm für Innenstädte
Unsere Innenstädte und Zentren sind durch die Corona-Krise sehr gebeutelt. Die langen Schließungen haben insbesondere den regionalen Einzelhandel und die Kulturszene getroffen. Theaterbesuche, Konzerte, Lesungen – all dies konnte im vergangenen Jahr kaum stattfinden und all dies sind Veranstaltungen, die Menschen in die Innenstädte ziehen und diese beleben. Aus diesem Grund stellt Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Ein Service von websozis.info